Zu meinem 19. Geburtstag habe ich etwas ganz besonderes bekommen, einen Gutschein für einen Tandemsprung. Ich war hin und weg und meine Gefühle waren mehr als gemischt. Auf der einen Seite fand ich die Vorstellung toll mich aus über 4000 m Höhe aus einem Flugzeug zu stürzen, auf der anderen Seite war ich mir nicht sicher, ob das wirklich so mein Ding ist. Na ja, was soll´s, habe ich mir gedacht, jetzt habe ich diesen Gutschein bekommen und löse ihn auch ein.
Eines schönen Tages also machen wir uns auf in Richtung Flugplatz.
Im Rucksack bequeme Kleidung und Sportschuhe, im Bauch ein irrsinnig mulmiges Gefühl, eine Mischung aus Aufregung, Spannung, Vorfreude und wenn ich ehrlich bin war auch ein kleinwenig Angst dabei. Ich konnte mir nämlich überhaupt nicht vorstellen, was auf mich zukommen wird.
Am Flughafen angekommen, bei wunderschönem Wetter, lernte ich meinen Tandempilot Klaus Wiedemann kennen. Wir waren uns auf Anhieb sympathisch und als er mir dann noch sagte, dass er vor mir schon ca. 2500 Tandemabsprünge gemacht hatte, war ich beruhigt und zuversichtlich, dass auch ich alles heil überstehen würde.
Nichts desto trotz wurde ich immer nervöser. Noch 30 Minuten bis zum Start mit dem Flugzeug „Pink Skyvan“, indem ausser uns noch 20 andere Fallschirmspringer sitzen werden, die, wie wir, bei über 4000m aus dem Flugzeug springen.
Jetzt bekam ich noch eine Einschulung wie man sich richtig verhält und wie alles ablaufen wird:
Zum Anziehen bekomme ich eine Springerkombi, Helm und Brille und funktionieren wird das Ganz folgendermaßen. Beim Absprung aus dem Heck der „Pink Skyvan“ bin ich ganz fest an meinen Tandempiloten geschnallt, hänge mich mit den Händen beim Gurt an meinen Schultern ein, mache eine Hohlkreuz und lege den Kopf in den Nacken. Sodann erfolgt der Absprung. Im Freifall behalte ich in dieser Position bei bis mir Klaus auf die Schulter klopft; jetzt kann ich meine Hände im rechten Winkel vom Körper weg in die Luft „legen“. Beim Öffnen des Fallschirms lege ich meine Hände erneut locker auf den Gurt bei meine Schulter. Für die Landung ziehe ich meine Beine fest zum Körper hin und halte sie mit beiden Händen.
Theoretisch klingt das alles ganz logisch, hoffe nur dass auch in der Praxis alles gut gehen wird, denke ich.
So und jetzt ist es soweit, ich ziehe mich an und mache mich auf den Weg zum Flugzeug. Viele Springer sagen mir, dass es sicher ein tolles Erlebnis werden wird und ich den Sprung genießen soll. Wie gerne würde ich das glauben, aber zur Zeit geht das nicht, denn in meinem Bauch hat sich eine sehr flaues Gefühl breit gemacht und ich bin nervös und aufgeregt.
Die Maschine startet, hebt ab, steigt auf 1000m, 2000m, 3000m, 4000m und jetzt geht´s los. Wir stehen an der Heckrampe, ich mache ein Hohlkreuz, lege den Kopf in den Nacken hänge mich mit den Händen am Gurt ein und => Absprung
Jetzt bin ich doch wirklich gesprungen, denke ich, unglaublich! Meine Augen sind weit geöffnet und ich versuche nicht verkrampft zu sein. Ich bemerke, wie sich auf meinem Gesicht ein Grinsen briet macht. Es ist toll; sogar das Atmen ist kein Problem, immerhin sind wir im freien Fall mit fast 200 km/h unterwegs. Nachdem mir Klaus auf die Schulter klopft „lege“ ich nun auch noch meine Hände im rechten Winkel in die Luft und alles ist perfekt.
Nach ca. 1 Minute im Freifall öffnet Klaus den Schirm und unsere Geschwindigkeit verlangsamt sich schlagartig auf nun „nur mehr“ 5m/sec. Mittlerweile kann ich den Sprung wirklich genießen. Unter uns sehe ich die „Pink Skyvan“ sinken; komisch eigentlich, ein Flugzeug von oben fliegen zu sehen. 5 Minuten dauert es ungefähr bis wir im Landeanflug sind, Als es soweit ist ziehe ich mit beiden Händen meine Beine fest zum Körper und wir landen bequem auf dem Hinterteil.
Ich glaube ich habe gestrahlt, als wir am Boden waren, denn es war super. Ich weiß zwar nicht wie ich es mir vorgestellt habe, aber auf jeden Fall anders – irgendwie schlimmer, denke ich. Jetzt da ich wieder sicheren Boden unter den Füßen habe, möchte ich sagen, dass es ein tolles Erlebnis war und das ich es jederzeit noch einmal machen würde. Ein Tandemsprung ist sicherlich ein Nervenkitzel und es bedarf einer gewissen Überwindung, aber ich persönlich bin froh, dass ich diese Herausforderung angenommen habe. Diesen Tandemsprung werde ich nie vergessen.
Caro Gasser
"Bist du jetzt total übergeschnappt?" Das war der erste Kommentar meiner Freunde, als ich ihnen eröffnete, dass ich den "Sprung aus den Wolken" life erleben möchte.
Aber ich hatte mir ganz fest in den Kopf gesetzt, selbst auch einmal aus dem rosafarbenen Flieger mit der großen Heckklappe zu springen.
Bei strahlendem Sonnenschein möchte ich in Trieben im Paltenbachtal einen Versuch wagen. Tandemmaster Andi erklärt mir kurz, was ich selber zu machen habe und worauf ich achten muss. Dann drückt er mir eine Sprungkombi, Helm und Handschuhe in die Hand. Für meine Augengläser bekomme ich eine übergroße Schutzbrille, die total dicht anliegt. Das Gurtzeug wird sehr streng angezogen und das Gehen damit ist eine eigene Angelegenheit: Man watschelt fast wie eine Ente. Danach wiederholten wir nochmals die Kommandos. Gerade als wir damit fertig sind, ist auch die PINKI wieder startbereit und wir laufen zum Flugzeug. Es ist schon ein eigenartiges Gefühl, durch die Heckklappe in den Flieger zu klettern. Jetzt wird mir doch etwas flau im Magen. Aber jetzt ist es eindeutig zu spät!
Das Flugzeug hat bereits das Ende der Startpiste erreicht und zieht über die bewaldeten Berghänge in die Höhe. Ich habe einen Sitz neben dem Fenster und wage einen Blick in die Tiefe: Die Landschaft unter uns wird immer kleiner. Der Flieger zieht ruhig in die Höhe. In etwa +3500 m stehen wir auf. Andi schnallt uns zusammen und sichert mich. Nun wird auch die Heckklappe geöffnet. In ca 4200 m Höhe verlassen die anderen Springer das Flugzeug. Wir sind die Letzten. Nur noch ein paar Schritte trennen uns vom Abgrund!
Ich habe Angst! "Sinnlos" sage ich mir - Andi ist schon so oft heil wieder unten angekommen - also was soll’s! Außerdem habe ich mir ja selber eingebildet, daß ich unbedingt "aus den Wolken springen" möchte! Zwei Schritte noch - Augen zu! Den Ausstieg im Rückwärts-Salto krieg ich gar nicht so richtig mit. Wider Erwarten ist der freie Fall ein sehr angenehmes Gefühl!
Ich kann die Landschaft unter mir genau erkennen. Jetzt wird mir erst wirklich bewusst mit welcher Geschwindigkeit wir nach unten rasen: 200 km/h!!!
Trotzdem ist es ein herrliches Feeling, frei wie ein Vogel durch die Luft zu fliegen!
In ca. 1.700 m Höhe gibt Andi mir ein Zeichen, dass nun der Schirm geöffnet wird. Danach drückt er mir die Steuerleinen in die Hand. Langsam und majestätisch schweben wir am übergroßen Schirm der Erde entgegen. Ich genieße den Ausblick! Unter uns der Gaishorner See erscheint wie eine kleine Regenpfütze! Es herrscht herrliche Fernsicht und wir genießen die wilde Romantik des Gesäuses und der verschneiten Ostalpen! Andi zieht eine weite Schlaufe. Auf sein Kommando setzen wir zur Landung an. Ehe ich mich versehe sitze ich auch schon auf dem Boden und Andi landet stehend hinter mir. Die Schirmfahrt war mir VIEEEEL zu kurz!!!
Ich bin so beeindruckt, dass ich am liebsten nochmals in den Flieger steigen würde!
Von Angst keine Spur mehr - Tandemspringen ist der totale Genuß! Leider ist es heute schon zu spät für einen zweiten Sprung. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Wenn die PINK wieder in Trieben ist, werde ich sicher wieder hier sein und vielleicht auch eine Ballonfahrt unternehmen.
Auf der Heimfahrt genieße ich noch die schöne Landschaft und lasse alles in mir nachwirken.
Ein wunderschöner Ausflug mit einigen völlig neuen Erfahrungen.
R.B.
Ich bin jetzt 15 Jahre alt und seit zwei Jahren fasziniert vom Fallschirmspringen.
Es begann 1998 in meinen Sommerferien:
Aufmerksam geworden durch einen Zeitungsbericht, erfuhr ich von einem Fallschirmspringertreffen in Leer-Nüttermoor. So fuhr ich aus Langeweile an einem Ferientag mit meinem Fahrrad von Moormerland nach Nüttermoor. Begeistert und fasziniert zugleich, sah ich mir an diesem Tage diverse Fallschirmsprünge an.
So blieb nicht aus, daß ich den Rest des Fallschirmspringertreffens (10 Tage) tagsüber auf dem Flugplatz verbrachte. Damit verbunden wurde mein Wunsch nach einem Tandemsprung immer größer.
In den Sommerferien 1999 war es dann endlich soweit - ich hatte die erforderliche Einverständniserklärung meiner Mutter.
Am Vormittag des 18.07. stieg ich mit meinem "Tandemmaster" in das Flugzeug. Es handelte sich dabei um eine Short Skyvan, von den Fallschirmspringern wegen ihrer Farbe liebevoll auch "Pink" genannt.
Nach 15 Minuten Steilflug öffnete sich in ca. 4000 Metern Höhe die Heckrampe. Mit einem Kribbeln in der Magengegend sprangen wir dann aus der "Pink" - unsere Fallgeschwindigkeit betrug nun etwa 200 km/h. Nachdem sich der Fallschirm nach ca. 50 Sekunden in 1300 Metern Höhe öffnete, glitten wir zum Flugplatz zurück.
Überglücklich wurde mir dort eine Urkunde für meinen ersten Tandemsprung ausgehändigt.
Inzwischen habe ich bereits 3 Mal einen Tandemsprung absolviert und freue mich bereits jetzt schon wieder auf das nächste Fallschirmspringertreffen in Leer-Nüttermoor in der Zeit vom 13. bis 24.07.2000.
Die 350,- DM für einen neuen Sprung habe ich bereits wieder zusammengespart.................. .