Disziplinen im Fallschirmsport

Fallschirmspringen

Jede Information über den Fallschirmsport muss mit Leonardo da Vinci beginnen.

1485 wurde von ihm die erste Zeichnung eines Fallschirms in Form einer Pyramide angefertigt. Experimente folgten. 1797 sprang der Franzose J.Garnerin aus 700 m. Dies galt als der erste Fallschirmabsprung im heutigen Sinne.

Anfang des 20. Jahrhunderts machte sich Katarina Paulus mit Sprüngen aus dem Ballon bei Jahrmärkten einen Namen. Aus militärischer Sicht waren die Landungen der Fallschirmjäger auf Kreta ein Meilenstein. In Österreich ermöglichte der Abschluss des Staatsvertrages und die Herausgabe des Luftfahrtgesetzes 1957 die Entwicklung des zivilen Fallschirmsports.

Aus Höhen um 600 m wurden mit nichtsteuerbaren Rundkappen Fallschirmspringer ausgebildet. Die Entwicklung der Schirme war Ende der 60er Jahre bereits so weit, dass regelmässig auf der Zielscheibe mit 10 cm Durchmesser gelandet werden konnte. Damit ergab sich die erste sportliche Disziplin des Fallschirmsports:

das Zielspringen.

Meist als Gruppenzielsprung verlassen 4 Springer in 1000 m das Flugzeug, öffnen den Schirm und landen höhengestaffelt im Zielkreis. 1974 wurde vom Österreichischen Team der WM-Titel im Gruppenzielspringen errungen.

Mit Verfügbarkeit von Absetzflugzeugen, die auf 2000 m steigen konnten, ermöglichte sich der Freifall, d.h. der Springer fällt nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug 30 Sek. im freien Fall, bis er in 700 m seinen Schirm öffnet. Diesen Fall in stabiler Position, sprich Bauch nach unten, zu absolvieren bedarf bereits einiger Übung.

Die fortgeschrittenen Springer versuchten es mit Drehungen und Salti, woraus sich die zweite Disziplin,

das Figurenspringen

entwickelte. Nach dem Verlassen des Flugzeuges muss der Sportler jeweils einen Vollkreis links, einen Vollkreis rechts, einen Salto rückwärts und dasselbe nocheinmal absolvieren. Gewertet werden Exaktheit und Geschwindigkeit dieser Abfolge.

Die Flugzeuge wurden grösser, so konnten auch mehrere Springer auf einmal das Flugzeug verlassen.

 

Das Relativspringen

war somit geboren. In Mannschaften zu 4, 8 oder 16 Mann wird aus Höhen bis zu 4000 m gesprungen; die Springer müssen vorgegebene Figuren innerhalb einer verfügbaren Arbeitszeit bilden. Wer in gegebener Arbeitszeit die meisten dieser Figuren baut, erhält die meisten Punkte und somit den Sieg.

Als Rekordleistung stehen zur Zeit 17 verschiedene, von 8 Springer geflogene Figuren innerhalb von 50 Sek. Arbeitszeit.

Die FAI Regeln für das 4er bzw 8er Relativspringen gibt es als download hier, für den 16er hier.
Die USPA veröffentlicht das Skydivers Competition Manual, ein umfangreiches Werk, auch mit den Dive pools hier (1.2 MB!)
Diese files sind .pdf files und benötigen den Acrobat Reader, gratis hier!

Natürlich können auch noch mehr Springer grössere Formationen bilden, im August 1994 wurde in Bratislava durch Springer aus fast allen Nationen der Erde ein 216 Mann/Frau grosses Gebilde aus einer Höhe von 6000 m geflogen. Der neu Weltrekord ist seit Dezember 199 eine 282er Formation. mehr Information beim www.theworldteam.com

Seit Mitte der 70er Jahre wurden die Flächengleiterfallschirme rapide weiterentwickelt. 1980 war kaum mehr ein herkömmlicher runder Fallschirm am Himmel zu sehen. Die matratzenähnlichen Tragflächenprofile hatten sich durchgesetzt. Mit offenem Schirm wurden Formationen geflogen, wieder formten 4 oder 8 Springer Wettbewerbsmannschaften. Dieses sogenannte

Kappenrelativ-Springen

hat sich jedoch nicht sehr verbreitet.

Mit der Entwicklung kleiner und leichter Video-Kameras konnte das Geschehen im Freifall (nach Absprung vom Flugzeug bis zum Öffnen des Schirmes) auch dem nichtspringenden Publikum sichtbar gemacht werden. Grosse Formationen waren schön anzusehen, bei einzelnen Springern, die wie zu den Anfängen des Fallschirmsports noch immer flach, mit dem Bauch nach unten, fielen, war das Zusehen bald langweilig.

Experimente mit Drehungen um die verschiedenen Körperachsen gebaren das

Freestyle-Springen

 

Dies passierte im sonnigen Florida. Als Erfinder des Freestyles gelten Mike "Michigan" Sandberg und Deanna Kent. Durch die grazilen Bewegungen und die Möglichkeit, durch Videoaufnahmen diese dem Publikum bis in das Wohnzimmer zu liefern, sind den Freestyle-Springern/innen eine gute Chance gegeben, in Zukunft in einer populären Sportart zu agieren.

Seit 1991 gibt es Wettbewerbe. Es werden benotet: die Drehungen (moves) im einzelnen und in Kombination um die verschiedenen Körperachsen, gepaart mit dem fotographischen Auge des Kameraspringers. Daraus entsteht das Video, das von den Schiedsrichtern bewertet wird. Schwierigkeitsgrad und Choreographie sowie Exaktheit der moves bringen ebenso Punkte wie Lichteinfall, Aufnahmewinkel und Bewegungen des Kameraspringers. Die Arbeitszeit beträgt 45 Sekunden pro Sprung.

Das Weltmeisterschaftsprogramm setzt sich aus einem Pflicht- und einem Kürteil zusammen. Für das Pflichtprogramm sind 7 moves vorgesehen, wobei 5 davon gezeigt werden müssen. Von 2 durchgeführten Pflichtsprüngen wird von der Mannschaft, die aus dem performer (Darsteller) und dem Kameraflyer besteht (übrigens 2 gleichwertige Team-Mitglieder), beurteilt, welcher dieser beiden Durchgänge den Schiedsrichtern als Video zur Auswertung übergeben wird.

Danach werden 4 Kürsprünge durchgeführt, wiederum 2 davon bekommen die Schiedsrichter zur Auswertung übergeben. Wie gesagt, bewertet werden Schwierigkeitsgrad, Choreographie und Exaktheit der Manöver des Performers wie auch die Kameraführung, auch hier Schwierigkeit der Manöver und Exaktheit.

Skysurfen

Das Ganze mit einem Surf Brett unter den Füssen nennt man Skysurf, wahrscheinlich die schwierigste Disziplin des Fallschirmspringens. Wettbewerbsmässig wirs sowohl der Performer als auch die Arbeit des Kameramannes beurteilt. Skysurfen verlangt eine hohes Können im Freestyle /freefly, bevor man damit beginnen kann.

Der nächste Schritt ist das Free-Fly.

Zunächst eine freier form des Freestyles, ohne Bewertungskriterien, sprang man aus dem Flugzeug, stzte sich auf den Arsch oder stellte man sich auf den Kopf, das alles mit einer oder mehreren Helmkameras, einfach um Spass am Freifall zu haben. Bald begannen auch Wettbewerbe, somit waren die Rules auch für diese Sparte geboren.

Boogies

Und alle die sich nicht von Schiedsrichtern beurteilen  lassen wollen und keinen Wettbewerbsregeln unterwerfen wollen, Fahren von Boogie zu Boogie und finden dort gleichgesinnte Springer, mit welchen sie sich im Freifall austoben können. Termine hier!

 


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